Die wvm Gruppe baut Wohnungen. Seit über dreißig Jahren.
In Köln gehört das Unternehmen zu den prägenden Akteuren des Wohnungsbaus, in Berlin ist es seit mehr als zehn Jahren kontinuierlich am Markt. Während viele Projektentwickler kommen und gehen, ist die wvm Gruppe geblieben. Und gewachsen. In einer Branche, die sich gern über Neuerfindung definiert, setzt das Unternehmen auf etwas anderes: Kontinuität.
Ein Gespräch mit der Geschäftsführerin Erika Werres über Haltung, Verantwortung und über die Kraft des Soliden in bewegten Zeiten.
Frau Werres, Ihr Unternehmen wächst seit Jahrzehnten, ohne laut zu sein, ohne große Gesten. Ist das Kalkül oder Charakter?
Erika Werres: Es ist Konsequenz. Natürlich unterliegt auch Wohnen Veränderungen, gesellschaftlichen wie ökonomischen. Aber eine Eigentumswohnung ist mehr als ein Produkt, das man austauscht oder ersetzt. Sie ist ein Nest. Ein Rückzugsort. Teil einer Nachbarschaft. Teil eines Lebensentwurfs. Wenn Menschen eine Wohnung kaufen, entscheiden sie sich nicht nur für Quadratmeter, sondern für Alltag, für Sicherheit, für ein Umfeld, in dem Leben stattfindet. Das verlangt von uns eine andere Haltung als bei klassischen Konsumgütern. Trends nehmen wir ernst, aber wir ordnen sie ein. Entscheidend ist nicht, was kurzfristig gefragt ist, sondern was langfristig trägt.
Trotzdem dominiert in Wirtschaft und Politik oft das Narrativ von Disruption und radikalem Wandel.
Erika Werres: Disruption hat ihre Berechtigung, dort, wo Dinge verzichtbar sind. Wohnungen gehören nicht dazu. Niemand möchte disruptiv wohnen. Menschen wollen ankommen, bleiben können, sich sicher fühlen. Das verpflichtet uns zu einer anderen Form von Verantwortung.
Sie sprechen häufig von Kontinuität. Was heißt das ganz konkret im Alltag eines Projektentwicklers?
Erika Werres: Wohnungsbau ist eine Prozesskette, die mit dem Ankauf eines Grundstücks beginnt und erst endet, wenn jemand den Schlüssel umdreht und einzieht. Dazwischen liegen Jahre. Planung, Finanzierung, Bau, Vertrieb. Jeder Schritt greift in den nächsten. Kontinuität heißt für uns, diese Kette stabil zu halten und sie gleichzeitig immer präziser zu machen. Wenn man an einer Stelle leichtfertig wird, zahlt am Ende jemand anderes den Preis.
Viele Unternehmen definieren sich über Tempo und Schnelligkeit. Ihres wirkt bewusst entschleunigt.
Erika Werres: Tempo ist kein Wert an sich. Im Wohnungsbau ist nicht Geschwindigkeit entscheidend, sondern Verlässlichkeit über Zeit. Unsere Entscheidungen wirken nicht Monate, sondern Jahrzehnte. Wer hier zu schnell läuft, spart vielleicht kurzfristig, zahlt aber langfristig drauf.
Und dennoch wächst die wvm Gruppe stetig, in Köln ebenso wie in Berlin.
Erika Werres: Wachstum gehört zum Unternehmertum, aber es ist kein Selbstzweck. Wenn man über lange Zeit sauber arbeitet, trauen einem irgendwann mehr Menschen Verantwortung zu. Käufer, Partner, Städte. Das ist kein einzelner Moment, sondern eine langsame Verdichtung von Vertrauen.
Diese Haltung zeigt sich aktuell auch räumlich. Sie sind in ein neues Büro gezogen.
Erika Werres: Ja. Wir wollten einen Ort schaffen, der unserer heutigen Arbeitsweise besser entspricht. Mehr Nähe, mehr Austausch, mehr Klarheit. Der Showroom ist jetzt Teil dieses Ortes. Das verändert Gespräche, intern wie extern. Räume sind kein Rahmen. Sie sind ein Verstärker von Haltung.
Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist das ein bewusstes Signal.
Erika Werres: Vielleicht ein leises. Wir stehen finanziell solide, mit einer Eigenkapitalquote von über dreißig Prozent. Wir finanzieren klassisch, ohne Experimente. Stabilität entsteht nicht durch Mut zum Risiko, sondern durch Mut zum Maß.
Wer kauft heute Ihre Wohnungen?
Erika Werres: Vor allem Menschen, die ein Zuhause suchen. Gleichzeitig wächst die Zahl derer, die Wohnen als langfristige Wertanlage begreifen. Und wir arbeiten zunehmend mit institutionellen Investoren, die an den Standort Deutschland glauben und Wohnen als Infrastruktur verstehen.
Was gibt Ihnen mit Blick nach vorn Sicherheit?
Erika Werres: Dass sich das Wesentliche nicht ändert. Menschen brauchen Wohnraum. Gute Wohnungen. In funktionierenden Quartieren. Unsere Aufgabe ist es, dafür Verantwortung zu übernehmen. Nicht spektakulär. Aber dauerhaft.